Stiftung Warentest: Wo die No Names die Marken schlagen – und wo nicht

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Die Stiftung Warentest hat ihre Reihe „Handelsmarke gegen Marke“ fortgesetzt. Diesmal waren Drogerieartikel im Fokus. Der Test zeigt: No-Name-Produkte bekommen öfter gute Noten als Markenprodukte – und der Preisunterschied ist oft enorm.

Die Tester verglichen einerseits Reinigungsprodukte wie Handgeschirrspülmittel oder Vollwaschmittel, andererseits Körperpflege- und Kosmetikprodukte wie Handcremes oder Sonnenschutzmittel. Insgesamt verglichen sie 371 Produkte aus 21 verschiedenen Tests. Dabei bezogen sie nur das Testqualitätsurteil und den Preis in den Vergleich ein.

Im Schnitt liegen die No Names leicht vorn

Im Vergleich der durchschnittlichen Produktqualität stehen die No-Name-Produkte den Markenprodukten in nichts nach – im Gegenteil, sie schneiden sogar etwas besser ab.

No-Name-Drogerieartikel häufiger „Sehr gut“ und “Gut“

Eine vergleichbare Sonnencreme für den sechsfachen Preis

Während die Qualität der beiden Produktgruppen also im Schnitt gleich hoch ist, fielen frappierende Unterschiede im Preis auf. Besonders eindrücklich ist dies im Fall der Sonnencremes, so Jonas Krumbein von der Stiftung Warentest im SWR:

Wenn Sie eine Sonnencreme nehmen, da zahlen sie für das günstigste beste Markenprodukt 23 Euro für 250 Milliliter. Das günstigste beste Handelsmarkenprodukt kostet nur 3,50 Euro für 300 Milliliter.

Jonas Krumbein, Stiftung Warentest

Dabei muss man allerdings beachten, dass die Marken-Sonnencreme einen Lichtschutzfaktor von 50+ hat, während das Handelsmarkenprodukt einen Faktor von 30 hat.

Wo gewinnt die Marke – und wo die No Names?

Bei den Wasch- und Reinigungsmitteln sind die beiden Kontrahenten qualitätsmäßig gleichauf: Markenprodukte siegen bei den Handgeschirrspülmitteln, Glasreinigern und Glaskeramikreinigern. Handelsmarkenprodukte sind dagegen bei den Maschinengeschirrspülmitteln, Klarspülern und Vollwaschmitteln Testsieger.

Würde man sich aus den qualitätsmäßig besten Produkten der Marken und der No Names zwei Warenkörbe zusammenstellen, käme man bei den Marken auf einen Einkaufspreis von 25 Euro, während die Handelsmarken 10,50 Euro kosten – das sind etwa 40 Prozent.

Bei den Kosmetik- und Körperpflegeprodukten liegen die Markenprodukte in sechs von neun Kategorien vorn: Fußcremes, Männercremes, Handcremes, Zahnpasta, Körperlotion und Haargel. Handelsmarken sind in den Kategorien Sonnenschutzmittel, Anti-Schuppen-Shampoos und Augen-Make-up-Entferner Testsieger.

Die beiden Vergleichswarenkörbe haben einen noch krasseren Preisunterschied: Während die qualitätsbesten der Markenprodukte insgesamt 77 Euro kosten, kommen die No Names auf 16 Euro, also etwa 20 Prozent.

In No Names ist oft mehr drin

Noch nicht mit eingerechnet in den Vergleich der Stiftung Warentest ist die Tatsache, dass No-Name-Produkte oft mit größerem Inhalt angeboten werden:

Die Preisvorteile der Handelsmarken sind sogar noch größer, wenn sie mit berücksichtigen, dass die Produkte der Handelsmarken oft deutlich mehr Ware enthalten als die der Marken.

Jonas Krumbein, Stiftung Warentest

Bereits Mitte letzten Jahres hatte die Stiftung Warentest einen Vergleich „Handelsmarke gegen Marke“ im Bereich Lebensmittel herausgegeben. Die Ergebnisse ähneln denen des Drogerieartikel-Vergleichs.

 

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