Polizei ermittelt: Kita-Mittagessen mit Reinigungsmittel vergiftet

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Das Mittagessen von 60 Kindern in einer Kindertagesstätte in Leverkusen wurde vergiftet. Gegessen hat davon niemand. Die Polizei ermittelt – und hat einen ersten Verdacht.

Gleich zweimal ist das Mittagessen für eine Kita in Leverkusen mit Reinigungsmitteln vergiftet worden. Laut dem evangelischen Träger der Einrichtung sei bereits im Februar die erste Auffälligkeit gemeldet worden.

Paprika-Rahmsoße roch auffällig

Der von der Kita beauftragte Caterer hatte – wie an jedem Tag – das Essen für die rund 60 Kinder geliefert. Bereits kurz nach dem Auspacken sei aufgefallen, dass eine Paprika-Rahmsoße seltsam rieche. Daraufhin habe die Kita die Cateringfirma informiert, die das Essen wieder abholte. Die Firma habe Proben des Essens in ein Labor geschickt.

Bereits sechs Tage später werden die Kitamitarbeiter erneut misstrauisch: Auch eine Gemüsesuppe sei auffällig gewesen. Einen Tag später kommt das Ergebnis aus dem Labor: Es „konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei den Verunreinigungen um Bestandteile der Reinigungsmittel handelt, die in der Kita verwendet wurden“. Der Kita-Verbund erstattet daraufhin Anzeige gegen Unbekannt.

Man sei „sehr betroffen“, sagte Pfarrer Hans Höroldt, der Geschäftsführer des Kita-Verbunds der Deutschen Presse-Agentur. Nadja Georgi vom Kita-Verbund äußert sich ähnlich: „Wir waren entsetzt, schockiert.“

Ehemalige Kita-Mitarbeiterin steht unter Tatverdacht

Im Visier der Ermittlungen ist derzeit laut Polizei eine ehemalige Mitarbeiterin der Kita. Die Frau hatte bis Ende Februar in der Küche der Kindertagesstätte gearbeitet und war dort unter anderem für die Annahme des Essens zuständig.

Nach Polizeiangaben habe die Tatverdächtige selbst noch in der Küche das nach Reinigungsmitteln riechende Essen gemeldet. Vermutlich habe sie nicht die Absicht gehabt, die Kinder zu vergiften, sondern wollte Aufmerksamkeit erregen, so die Polizei.

Die Mahlzeiten für die Kinder werden bereits seit längerer Zeit nach dem Sechs-Augen-Prinzip überprüft und vorgekostet, so Pfarrer Höroldt. Laut Georgi sei unklar, welche Folgen es gehabt hätte, wenn die Kinder das vergiftete Essen zu sich genommen hätten.

Shares