Herbstsaat in Tarnow: Brandplan schützt vor großen Verlusten

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Ein eingespieltes Team: Die Landwirte Frank Siekmann und Sohn Lucas. Den Familienbetrieb gibt es seit 25 Jahren.

Zwischen Acker und Stall – heute: Frank und Lucas Siekmann bewirtschaften rund um Tarnow 335 Hektar
Der Mähdrescher steht in der großen Halle. Daneben liegen noch einige Heuballen. Gegenüber in weißen Säcken ist Vermehrungssaat verpackt. Frank Siekmann greift in einen Berg mit Sommergerste und lässt die Körner durch die Finger rieseln. „Das geht in den nächsten Tagen nach Güstrow“, sagt der Landwirt. Vor 25 Jahren hat er gemeinsam mit seinem Vater den Betrieb gegründet. Zum Erntedank wird er das Jubiläum mit Weggefährten, Vertragspartnern und Freunden gefeiert.

Doch bis dahin stehen weitere Arbeiten an. Als reiner Ackerbaubetrieb heißt es, nach der Ernte ist vor der Ernte. Die neue Saat muss in den Boden. „Den Raps haben wir schon ausgebracht. Der ist dabei, aufzulaufen“, erklärt Frank Siekmann. Auch die Zwischenfrüchte sind im Boden. Das passiert auf den Flächen, die erst im Frühjahr mit der neuen Saat bestellt werden. Die Zwischenfrüchte sollen verhindern, dass die Böden austrocknen beziehungsweise bei viel Regen der Boden nicht abgeschwemmt wird.

„Ich kann mir auch gar nichts anderes vorstellen“

In der kommenden Woche werden sie beginnen, weitere Flächen für die Aussaat von Gerste und Weizen vorzubereiten. „Wenn die Mela ist, dann beginnen wir mit der Herbstsaat des Getreides“, sagt Frank Siekmann. Wenn er von wir spricht, ist damit Sohn Lucas gemeint. Der 23-Jährige hat seit dem Frühjahr den Abschluss als Wirtschafter in der Agronomie in der Tasche. „Ich bin mit der Landwirtschaft aufgewachsen, kann mir auch gar nichts anderes vorstellen“, sagt der junge Landwirt. Nun möchte er im väterlichen Betrieb mithelfen, diesen weiter auszubauen. Denn Frank Siekmann ist nicht nur Produzent von Getreide und Futter, sondern auch von Saatgut.

Die Siekmanns erhalten von einer Firma aus Güstrow eine Basissaat, die sie dann auf ihren Flächen ausbringen. „Für die Vermehrungssaaten gibt es besondere Auflagen. Wichtig ist vor allem, dass die Qualität des Korns nicht beschädigt wird“, erklärt Lucas Siekmann. Die Ernte wird dann an die Firma in Güstrow geliefert. Dort werde das Getreide so aufbereitet, dass zum Beispiel keine Bakterien anhaften. „Das Getreide ist ganz rein. Es ist so gut, das könnte man sogar noch als Brotgetreide verwenden“, eerklärt Lucas Siekmann. Diesen Teil ihrer Produktion möchten die Siekmanns noch ein wenig ausbauen.

Notfallplan mit der Feuerwehr entwickelt

Auch für die Landwirte aus Tarnow war die zurückliegende Ernte nicht ganz einfach. Alle Arbeiten von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte führen Frank und Lucas Siekmann selbst aus. Da hat es in diesen Sommer mitunter mächtig gestaubt. „Natürlich sind das alles Arbeiten, die müssen gemacht werden“, sagt Frank Siekmann. Wenn es mit dem Staub dann doch zu heftig wurde für die Gehöfte im Außenbereich, hätten sie aber die Arbeiten schon mal unterbrochen bis der Wind günstiger stand. „Mit der Feuerwehr haben wir vorab einen Plan entwickelt“, erzählt Frank Siekmann. Ein Anhänger mit Wassertank sowie einem Adapter mit Anschlüssen für die Schläuche und eine Scheibenegge standen immer bereit. „Schließlich leben wir hier im Dorf. Da muss man einfach einen Weg finden, gut miteinander umzugehen“, sagt der 49-Jährige.

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