Facebook-Messenger: Eure Nachrichten werden mitgelesen

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Seit dem Datenskandal um Facebook ist klar: Unsere Daten, die wir in dem sozialen Netzwerk preisgeben, sind dort nicht wirklich sicher aufgehoben. Aber auch der Messengers von Facebook ist in Sachen Datenschutz eher nachlässig. Was dort von euch gespeichert wird und Alternativen zum Facebook-Messenger gibts hier:

Zugegeben – geahnt hatten wir es doch irgendwie alle schon lange: Dass die Daten, die man bei Facebook preisgibt nicht unbedingt sicher sind. In den vergangenen Tagen ist aus den Vorahnungen dann die bittere Wahrheit geworden. Mark Zuckerberg hat nach und nach eingeräumt, dass Millionen von Daten an Cambridge Analytica weitergegeben und für andere Zwecke als gedacht genutzt wurden. Am Mittwoch (11.04.) musste Zuckerberg vor dem US-Kongress aussagen. Von einer zukünftigen staatlichen Regulierung des sozialen Netzwerks war dort die Rede.

Nachrichten im Messenger werden mitgelesen – immer

Was viele nicht wissen: Auch die Daten im Facebook Messenger sind nicht sicher. Dort werden Bilder, Videos und Links automatisch gescannt. Die Inhalte werden mit anderen im Internet verglichen und so wird entschieden, ob alles korrekt läuft, oder hier Schindluder getrieben wird. Wird der Inhalt als nicht sicher oder kritisch eingestuft, wir ein Mitarbeiter des Unternehmens eingeschaltet und liest mit. Also ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Facebook möchte damit illegale Fotos, Videos und Scam-Nachrichten aus seinem Netzwerk fernhalten. Schon länger kritisieren Daten-Experten, dass Facebook seine User zur Nutzung des Messengers auf dem Handy zwingt, wenn man mit Personen in dem sozialen Netzwerk in Kontakt treten möchte.

Alternativen gibt es genug

Sichere(re) und kostenlose Alternativen zum Messenger gibt es genug. Abgesehen von WhatsApp, das ja auch zu Facebook gehört. “Signal” zum Beispiel ist ein Nachrichtendienst, der von Whistleblower Edward Snowden persönlich empfohlen wird. Das spricht in gewisser Weise schon für sich. Abgesehen davon ist die App ist für iOS und Android gratis und hat eine End-to-End Verschlüsselung. Auch Sprachnachrichten sind hier verschlüsselt. Der Nutzer kann einen Timer einstellen, nach dessen Ablauf sich die Nachrichten automatisch löschen. Sollten die Entwickler gehackt und zur Datenherausgabe gezwungen werden, können sie nur das Registrierungsdatum und den Zeitpunkt des letzten Logins liefern – alle anderen Daten werden nicht gespeichert.

Auch die Schweizer App “Threema” stellt eine Alternative zu WhatsApp und Co. dar. Sie hat eine End-to-End Verschlüsselung und eine Telefonnummer ist für die Nutzung der App nicht zwingend notwendig. Man braucht dazu nicht einmal eine SIM-Karte. In der App kann man Daten bis zu 20 MB versenden, außerdem kann man in Gruppenchats auch Abstimmungen starten. Ein kleines Gadget, dass aber zumindest WhatsApp noch nicht hat. “Threema” hat mittlerweile fünf Millionen, hauptsächlich deutschsprachige Nutzer.

Der Messenger “Hoccer” war im Jahr 2015 Sieger bei der Stiftung Warentest. Die App ist gratis, nervt nicht mit Werbung und hat – wie die anderen auch – eine End-to-End Verschlüsselung. Auch für “Hoccer” braucht man keine Telefonnummer, der Nutzer erhält eine zufällige Zahl, welche als Nutzername fungiert. Freunde findet man über die Zahl oder einen QR-Code. Über die “Nearby”-Funktion kann man mit Personen im Umkreis chatten, auch wenn man sie nicht kennt. Die Server von “Hoccer” stehen in Deutschland und unterliegen dem deutschen Datenschutzgesetz. Nachrichten und Anhänge werden nicht gespeichert. Es gibt aber auch Nachteile: Anrufe sind über die App nicht möglich, es gibt keine Desktop-Version und die App hat bisher nur wenige Nutzer in Deutschland.

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