Ärger in der Gemeinde Tarnow : 30 Jahre lang nur Flickschusterei: Die Buckelpiste von Zernin

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Seit fast 30 Jahren ist die Warnower Straße in Zernin in einem schlechten Zustand. Günter Triebs, Christa Ahrens, Bernd Weißert, Birgit Nowak, Jürgen Lindner (v.l.) und den anderen Anwohnern ist das ein Dorn im Auge. Sie wollen Besserung.

 

Anwohner der Warnower Straße monieren den Zustand der Straße.

Loch an Loch: Die Warnower Straße in Zernin ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Und das seit vielen Jahren. Bereits im Oktober 2006, als die Bützower Zeitung die schlechteste Straße der Region suchte, stand die Buckelpiste im Fokus. Günter Triebs wandte sich damals an die Redaktion, glaubte, sie gefunden zu haben. „Seit 16 Jahren warten wir, dass etwas passiert“, sagte er damals. Ein paar kleine Arbeiten seien zwar immer mal wieder erfolgt, doch grundsätzlich kann man sagen: Er wartet noch immer, seit fast 30 Jahren. „So lange schwelt das Ganze schon vor sich hin. Und die Straße ist sogar noch schlimmer geworden.“

13 Parteien unzufrieden

Günter Triebs ist nicht der einzige, dem der Zustand gehörig auf die Nerven geht. 13 Parteien wohnen an der Straße, zufrieden sei niemand. Das bestätigen auch Birgit Nowak, Bernd Weißer, Jürgen Lindner und Christa Ahrens, die bei einem Vor-Ort-Termin mit dabei waren.

Die kleinen Reparaturen, die immer mal wieder durchgeführt werden, werden immer wieder verkehrt ausgeführt, ist Bernd Weißer überzeugt. Denn was zum Stopfen der Löcher aufgetragen wird, werde bei Regen einfach an die Bordsteine gespült. Man habe sich irgendwann sogar mal darauf geeinigt, dass die Gemeinde einen Hänger voll Split hinstellt und die Anwohner sich selbst ums Stopfen der Löcher kümmern. „Den Hänger suche ich heute noch“, poltert Jürgen Lindner. „Es passiert einfach nichts.“

Bernd Weißer berichtet, dass er sich auf der Buckelpiste mal die Stoßdämpfer kaputtgefahren habe. Als er das Thema in Gemeinde und Amt zur Sprache brachte, wurde er abgewiesen. Das sei sein Problem, er müsse da ja nicht lang fahren. Natürlich müsse er die Straße nutzen, erwiderte er vergeblich, schließlich sei das keine Durchfahrtstraße, die man umfahren kann.

Gemeinde hat kein Geld

Die Gemeinde vernachlässige ihre Vorsorgepflicht, erklärt Günter Triebs. Nicht einmal ein Schild weise auf die Schäden hin. So sind 50 Stundenkilometer erlaubt, die die Straße aber gar nicht zulässt. Ihm sei klar, dass die finanzielle Situation der Gemeinde im Moment keine nagelneue Straße zulasse. „Aber die Gemeinde hat Pflichten und denen muss sie nachgehen.“

Eine neue Straße sei keine Sache von 1000 oder 2000 Euro, erklärt Gemeindebürgermeister Ingo Sander. „Es ist ja kein böser Wille oder nicht so, dass wir nicht wollen, aber es muss auch das Geld da sein.“ Der Bürgermeister erklärt, dass die Gemeinde rund 35 Kilometer an Straßen zu unterhalten habe, bei 16 Ausbauten, die auch Wege haben. „Die Mittel dafür müssen verteilt werden.“ Zernin habe ein neues Feuerwehrauto erhalten, als nächstes ist Tarnow dran. Riesen Hausnummern in Zeiten von chronisch knappen Kassen. Übernehmen könne man sich nicht, „wir sind froh, nicht mehr in der Haushaltskonsolidierung zu sein“. Aber, betont Ingo Sander, er könne den Unmut der Anwohner durchaus verstehen.

Zumindest kurzfristig stellt Ingo Sander ein wenig Besserung in Sicht. Es sei geplant und bereits in Auftrag gegeben worden, den Weg zu glätten, zu schieben und die Löcher zuzumachen.

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